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Herzlich willkommen!

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir befinden uns mitten in einer großen gesellschaftlichen Herausforderung. Der Zustrom hunderttausender Flüchtlinge in unser Land stört empfindlich das System, in dem wir uns 25 Jahre nach der Wiedervereinigung ganz

gut eingerichtet haben. Bisher hieß die  Aufgabe, eine wirtschaftliche und strukturelle Annäherung der östlichen an die westlichen Bundesländer zu ermöglichen, die Arbeitslosigkeit zu reduzieren und demokratisches Verhalten einzuüben. Nun, da sich Erfolge und erste Ergebnisse nicht übersehen lassen, scheint unser Land reif für neue Herausforderungen zu sein. Als ständen wir Deutsche in der Gefahr, selbstgefällig zu werden und uns im momentanen Zustand zu verlieren, ruft uns die aktuelle Situation aus dem Dämmerschlaf und hält uns die Zukunft vor Augen. Deutschland wird in den nächsten 15 Jahren fünf Millionen Menschen verlieren, so das Statistische Bundesamt. 2060 werden noch 65 von jetzt 82 Millionen Menschen hier leben, aber nur, wenn jährlich 100.000 Personen zuwandern. Dass das Auswirkungen auf die erwerbstätige Bevölkerung hat, aber auch auf deren Alter und deren Lebensentwurf, liegt auf der Hand. Die Aufnahme von Menschen, die Ermöglichung von Zuwanderung in unser Land ist daher nicht nur eine humanitäre Pflicht, sondern auch eine Notwendigkeit, wenn wir Wohlstand und Erreichtes halten wollen. Die Frage ist also nicht, wie wir mit so viel mehr Menschen in unserem Land umgehen, sondern wie wir ihre Erfahrungen, ihre kulturellen Prägungen, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten integrieren, aufnehmen und mit unseren Ressourcen verknüpfen können. Das ist keine unmögliche, sondern vielmehr eine spannende Herausforderung. Im Monatsspruch für November heißt es „Erbarmt euch derer, die zweifeln“ (Judas 22). Ich bin sicher, dass Gott, der uns 25 Jahre auf einem guten und gemeinsamen Weg bewahrt hat, auch die Integration vieler Menschen zumutet und zutraut. Dabei brauchen wir selbstverständlich auch Geduld mit jenen, die Angst um ihre Sicherheiten und ihre Weltsicht haben. Lassen Sie uns im Mit- und Füreinander herzlich, offen und einladend sein.

 

Ihr Pfarrer

Unterschrift

 

 

Bernhard Stief

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